Norderstedt, 18. August 2025 – Die Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD haben sich in den laufenden Verhandlungen darauf verständigt, dass Geschäfte künftig neben Bargeld auch mindestens eine bargeldlose Zahlungsoption anbieten müssen. Damit soll das Ende für das oft sichtbare „Cash only“-Schild eingeläutet werden:
„In den Koalitionsverhandlungen hat sich die Arbeitsgruppe Haushalt, Steuern, Finanzen darauf geeinigt, dass Kunden künftig die Wahl haben müssen: mit Bargeld zu zahlen oder elektronisch. Mindestens eine bargeldlose Option soll verfügbar sein.“ Tagesschau
Kundenfreundlichkeit trifft Steuerbetrugsbekämpfung
SPD-Finanzpolitiker Michael Schrodi hebt zwei zentrale Ziele hervor: verbesserter Service und effizientere Steuerkontrollen – insbesondere bei elektronischer Erfassung von Umsätzen:
„Wenn wir die Mehrwertsteuer in der Gastro senken und den Unternehmen mehr Luft zum Atmen geben, (…) sei es eine gute Mischung, auch mehr zu tun in bargeldintensiven Bereichen in der Steuerbetrugsbekämpfung.“ Tagesschau
Schrodi betont, dass die bundesweite Einführung der bargeldlosen Option wahrscheinlich schrittweise erfolgen wird, statt auf einen Schlag:
„…die bargeldlose Option schrittweise verpflichtend werden soll, also wahrscheinlich nicht auf einen Schlag für alle Betriebe kommt.“ Tagesschau
Noch ungeklärt: Mindestbetragsgrenze für Kartenzahlung
Es ist bisher unklar, ob das sogenannte Mindestbetragsprinzip, bei dem Geschäfte elektronisches Bezahlen erst ab einem bestimmten Betrag akzeptieren, beibehalten wird:
„Ob Kunden also künftig auch nur eine Packung Kaugummi im Kiosk mit Karte zahlen können, ist noch unklar.“ Tagesschau
Bargeld bleibt erhalten – aber mit Widerstand aus der Gastronomie
Trotz der Neuerungen bleibt die Bargeldoption bestehen – auch als Symbol für Wahlfreiheit:
„Wer in Geschäften oder im Restaurant lieber weiterhin mit Scheinen und Münzen zahlen möchte, soll das auch in Zukunft tun können.“ Tagesschau
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) warnt allerdings vor zusätzlichem bürokratischen und finanziellen Aufwand für Betriebe. Zugleich befürwortet die Deutsche Steuergewerkschaft die Pläne – da bargeldloses Bezahlen Steuereinnahmen deutlich erhöhen könnte. Geschätzt entgehen dem Staat durch Steuerhinterziehung in bargeldintensiven Branchen jährlich 10 bis 15 Milliarden Euro an Umsatz- und Gewinnsteuern. Tagesschau
Redaktioneller Überblick
| Thema | Bedeutung für Verbraucher und Wirtschaft |
| Verpflichtende bargeldlose Zahlung | Stärkere Flexibilität beim Bezahlen – digital und bar möglich. |
| Schrittweise Einführung | Zeitlicher Übergang soll Betriebe entlasten. |
| Ungeklärt: Mindestbetragsgrenze | Bedarf nach Klarheit v. a. bei kleinen Einkäufen wie Kaugummi. |
| Weiterhin Bargeld verfügbar | Bewusstsein für Wahlfreiheit wird gewahrt. |
| Wirtschaftliche Effekte | Steuergewerkschaft hofft auf bessere Einnahmen; DEHOGA sieht Belastung. |
Quellenangaben
- Tagesschau.de: Artikel „Warum ‘Cash only’ bald Geschichte sein könnte“, Stand: 05. April 2025, 16:46 Uhr Tagesschau
Tagesschau.de: Ergänzender Artikel „Union und SPD Kommt die Pflicht zu elektronischer Bezahlmöglichkeit?“, Stand: 05. April 2025, 07:33 Uhr Tagesschau



